Die Bahnhofsmissionen in der Erzdiözese Freiburg
Die Bahnhofsmissionen sind Einrichtungen der katholischen und evangelischen Kirche am Bahnhof. Dieser Ort ist Verkehrsschnittstelle, Konsummeile und Treffpunkt, und zugleich ein Ort, an dem gesellschaftlich gescheiterte oder enttäuschte Menschen ihren Ausgangspunkt für einen oft nicht näher definierten Neuanfang sehen. Hier, wo Menschen ankommen oder abreisen, lebt die Illusion von der zweiten Chance, vom Glück abseits unbewältigter Alltagssituationen, vom sorgenfreien, unbeschwerten Leben in der Ferne südlicher Länder. Kaum ein Ort öffentlichen Lebens bietet eine größere Bandbreite menschlicher Lebensentwürfe und Schicksale.
Einen Einblick in die Arbeit der Bahnhofsmission Freibuurg erhalten Sie durch die Bildergalerie Zwischen Konsum und Kummer der Badischen Zeitung.
Das Betätigungsfeld der Bahnhofsmission ist breit. Neben den Reisehilfen für Blinde, Behinderte und Rollstuhlfahrende, den Ein- und Aussteighilfen für Seniorinnen und Senioren oder der Begleitung von allein reisenden Kindern im Rahmen des Projektes „Kids on Tour“, gibt es Hilfen in akuten Notsituationen,
z. B. nach Verlust der Reisedokumente oder nach Diebstahl der Reisekasse.Menschen der unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten finden hier ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte. Hier ist der Platz, wo Schülerinnen und Schüler aus dem Umland sich nach Schulschluss aufhalten können, wo sich Frauen in Sicherheit und unbelästigt fühlen dürfen, wo Mütter ihre Kinder stillen können: zentral und doch fernab von den Blicken der Öffentlichkeit. All das macht Bahnhofsmission aus. In den Bahnhofsmissionen tritt Kirche in Kontakt zu Menschen, an deren Ohr niemals ein Predigtwort dringt. Nicht fordernd oder moralische Maßstäbe setzend, sondern Not sehend und handelnd: Positiv erfahrbar.
Bahnhofsmission: Das ist Kirche am Bahnhof, das ist diakonischer Dienst inmitten der Welt, das ist Menschlichkeit am Zug. In der Erzdiözese Freiburg gibt es insgesamt sechs Bahnhofsmissionen: Freiburg, Offenburg, Karlsruhe, Kehl, Heidelberg und Mannheim.
An teilweise 365 Tagen im Jahr machen diese Bahnhofsmission das Angebot eines kirchlichen Dienstes, der trotz oder gerade wegen seines großen Anteils an Ehrenamtlichkeit auf hohem Niveau operiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus den unterschiedlichsten Berufen. Sie bringen einen nie da gewesenen Reichtum an unterschiedlichster Professionalität in die Arbeit der Bahnhofsmissionen mit ein.
Die Aus- und Fortbildung der Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen hat einen entsprechend hohen Stellenwert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermitteln Hilfesuchende in viele andere Einrichtungen weiter. Sie müssen nicht nur diese Hilfs- und Beratungsstellen kennen, sondern über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz verfügen, um Menschen wirklich weiterhelfen zu können.
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