Geschichte von IN VIA Freiburg

Der Freiburger IN VIA Verband wurde 1909 gegründet.

Gründungserlaß IN VIA Kath. Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Erzdiözese Freiburg e. V.  PDF, 306 Kb

Im Zuge der Industrialisierung zogen viele junge Mädchen und alleinstehende Frauen aus dem ländlichen Raum in die Städte , um dort Arbeit zu suchen. Sie beteiligten sich an einer bis dahin nicht bekannten Binnen- und Auslandswanderung ohne soziale Absicherung, ohne berufliche Qualifikation, oft ohne sich vorher über einen sicheren Arbeitsplatz informiert zu haben. Sie waren auf der Suche nach Lohnarbeit.

Diese Notlage gab 1895 katholischen Frauen aus Adel und Bürgertum Anlass zur Gründung des Marianischen Mädchenschutzvereins. Sie ergriffen in sozialer Verantwortung Partei für diese jungen Mädchen der unteren Schichten. “Maria vom guten Rat“ ernannten sie zu ihrer Verbandspatronin. Doch die Arbeit begann schon früher: bereits 1847 gab es eine „Marienanstalt“ in Mannheim und seit 1866 ein Marienhaus in Konstanz. Diese Marienhäuser wurden Stützpunkte der Schutzes der jungen Mädchen.

Der Grundgedanke war, wie es 1900 Luise Fogt, eine der Gründerinnen des Mädchenschutzvereins nannte: „dass nicht äußere Hilfe das Grundanliegen des Mädchenschutzes ist, sonder die Hilfe zur rechten Lebensentscheidung und Lebensgestaltung, also zur Selbsthilfe“. 1880 bereits gab es mehrere Marienhäuser in der Diözese, die in der Stellenvermittlung tätig waren. Die sozial eingestellten Frauen wollten die Mädchen, die neu in die Stadt kamen, nicht sich selbst überlassen, sondern versuchten, sie in einen Beruf, bzw. einen Broterwerb zu vermitteln. So waren in diesen Marienhäusern Frauen in der Stellenvermittlung tätig, und das deutlich bevor 1896 das erste Arbeitsamt in Stuttgart gegründet wurde.

Die Arbeit des Mädchenschutzes unterteilte sich in drei Aufgabenbereiche:

  • Bahnhofsmission: Hier ging es um das Betreuen der Mädchen, die ganz frisch ankamen.
  • Heimunterbringung: Die Aufgabe hier bestand darin, die Mädchen bei der Unterbringung zu unterstützen: durch die Hilfe zum Finden eines Mägdehauses, eines Durchgangsheimes oder Klosters. Später wurden dann eigene Heime gegründet.
  • Stellenvermittlung: Diese Vermittlung war verbunden mit einer persönlichen Beratung, bzw. Berufsberatung und es wurde nur in Stellen vermittelt, die vorher persönlich geprüft waren.

Während des zweiten Weltkrieges wandte sich der Mädchenschutz verstärkt den in der Kriegsindustrie eingesetzten Arbeiterinnen zu und den Frauen, die jetzt die Aufgaben der im Fronteinsatz stehenden Männer übernehmen mussten. 1935 gab es ein Verbot der caritativen Stellenvermittlung und der Bahnhofsmissionen durch die Nationalsozialisten. Direkt nach Kriegsende entstanden die Bahnhofsmissionen neu. Für Kriegsheimkehrer, Vertriebene und Flüchtlinge waren sie erste Anlaufstelle.1947 wurde in Freiburg ein Übernachtungswohnheim gegründet, das bis zu seinem Abbruch 440.000 Menschen Obdach gab.

Die Not der Mädchen unter den Flüchtlingen erforderte spezielle Hilfen für Mädchen: In Zusammenarbeit mit Ordenshäusern wurden Mädchen aus Flüchtlingslagern Möglichkeiten zur hauswirtschaftlichen Bildung gegeben. Im Verlauf von 4 Jahren gab es 300 Plätze und 750 Mädchen wurden in Arbeit vermittelt.

1950 durfte die caritative Stellenvermittlung wieder aufgenommen werden und in diesem Zuge entstanden berufsfördernde Einrichtungen für Mädchen. 1956 wurdedas Freiburger Freizeitheim gegründet, der heutige Internationale Mädchen- und Frauentreff. Vier Nähschulen und die Klubheime (in Baden-Baden und Konstanz) begannen 1957/58 mit der Durchführung von offenen Mädchenbildungsseminaren.

Im Oktober 1966 wurde der Diözesanverband der katholischen Mädchenschutz-vereine in „Verband für katholische Mädchensozialarbeit“ umbenannt. In diesem Jahr gab es bereits 5 Freizeitheime: in Baden-Baden, Freiburg, Konstanz, Karlsruhe und Offenburg.

Die Hauptaufgabe bestand in der Betreuung ortsfremder Mädchen, der Stellenvermittlung, der Klubheim- und Kursarbeit wie auch der Bahnhofsmission. Die Kursarbeit hatte sich, um mit den damaligen Worten zu sprechen, die Aufgabe gestellt, die Mädchen auf Ehe und Familie vorzubereiten.Die ortsfremden Mädchen sollten Zugehörigkeit, Heimat erfahren in Mädchenwohnheimen, Mädchenklubheimen und durch die offene Betreuung.

1973 wurde am Mädchengymnasium Unserer Lieben Frau in Offenburg die erste Sozialpädagogische Beratungsstelle an einer Schule eingerichtet. Heute ist IN VIA mit Sozialpädagogischer Beratung und Schulsozialarbeit diözesanweit an 17 Schulen tätig. Ebenfalls 1973 begann IN VIA seine Beratungstätigkeit an der damaligen Adelhauser -Schule in Freiburg, einer Berufsschule und bot Hilfen beim Übergang Schule - Beruf. Die Jugendberufshilfe gehört heute zu einem wichtigen Pfeiler der Arbeit von IN VIA.

Seit 1983 gehört die Au pair Beratung und Vermittlung zu den Aufgaben von In VIA. 2006 ließ sich IN VIA in diesem Bereich zertifizieren 2009 wurde die Au pair Arbeit eingestellt.

IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit

in der Erzdiözese Freiburg e.V.

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